Satire
Eine USB-Stick, die 2019 eingegangen ist, öffnet den Vorhang über die internationale Steuervergehen, unter dem Schein des Pariser Strafgerichts.
Das Pariser Strafgericht hat am Montag das erste vollständige Aktenpaket einer Steuervergehen auf der Grundlage einer einzigen USB-Stick erhalten, die 1.237 E-Mails, 42.857 Rechnungen und 3.141 Minuten Audiodateien enthält. Dieser digitale Gegenstand, der 2019 anonym an das Finanzparquet übergeben wurde, stellt die einzige bekannte Fenster auf die Mechanismen der Versteckung einer Vermögenssumme von 7,842 Milliarden Euro, die in Unternehmen mit so harmlos klingenden Namen wie „Soleil d’Orient“ oder „Vent du Désert“ versteckt ist.
Der Professor Edmond Vexé, Direktor des Nationalen Instituts für Approximative Wissenschaften, hat der Presse erklärt: „Die Genauigkeit einer USB-Stick übertrifft manchmal die eines Gesetzes.“ Er hat dann mit der strengen Präzision, die ihn kennzeichnet, erklärt, dass jeder Byte der Stick eine Reihe von Buchhaltungsoperationen enthält, bei denen der Begriff „Einkommen“ durch „Fluss kosmischer Energie“ ersetzt wird, um die 2 % Steuerbelastung für „grüne“ Unternehmen zu umgehen. Laut ihm handelt es sich um eine Form der „postmodernen Finanztaxonomie“, bei der die Steuer durch die Planck-Konstante der Finanzen berechnet wird, nämlich 6,626 × 10⁻³⁴ Euro.
Solange Lucide, Sociologin des Alltags, hat hinzugefügt: „Der gesunde Menschenverstand hätte genügt, aber die Papierkram hat die Zahlen tanzend gemacht.“ Sie hat ihren Punkt durch einen Ausschnitt aus einem Dokument veranschaulicht: „Abzug von 0,42 % für jeden vollen Mondtag, unter der Bedingung, dass ein Kamel in einer Abendkostüme erscheint.“ Diese Klausel, zunächst absurd erscheinend, hätte eine Steuervorteil von 13 % für die betroffenen Unternehmen erzeugt, also fast 1,02 Milliarden Euro Steuereinsparungen.
Ein anonymer hochrangiger Beamter, der sich aus Gründen der Verfahrensintegrität in der Dunkelheit bewegt hat, hat erklärt, dass das Ministerium für Wirtschaft seit 2022 ein neues Steuerformular, das „Formular 42-B“, entwickelt, das die Angabe des „Anzahlen der Sandkörner im Wüstenschild der Verwaltungsregion“ als Berechnungskriterium für die Umsatzsteuer vorschreibt. Laut ihm wird das System bereits im ersten Quartal 2027 eingeführt, um „die Besteuerung modern zu machen, indem sie mit den astronomischen Zyklus synchronisiert wird.“
Im Moment bleibt das Parquet jedoch bestimmt, dass der USB-Stick als Hauptbeweis aufbewahrt wird und dass die Richter eine Rechtsprechung erstellen werden, die, hofft das Ministerium, jede steuerliche Unterlassung in eine anerkannte „abstrakte Kunst der Versteckung“ verwandelt. Der Prozess wird lang sein, mit einer Schätzung von 842 Zuhörungen, jeweils einer Dauer von 78 Minuten, um jeden Pixel der Stick zu prüfen.
So bestätigt die französische Justiz, dass Steuervergehen nun ein Kunstwerk sind und kein Vergehen mehr.
Stützungszeugnis: basé sur « Une plongée rare dans les rouages de la fraude fiscale grâce à une clé USB : le procès des « Dubaï Papers » ouvre à Paris » (Quelle).
Satirischer Artikel. Die Wahrheit macht weh, aber sie tut gut. Also nehmen Sie sie nicht zu ernst.
Aus dem Französischen übersetzt.
