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Satire

Im Sommer zerreißt sich Frankreich zwischen den Befürwortern des heiligen Feuers des Ferienhefts und den Verteidigern einer schulfreien Pause ohne Reibungen.

Das Bildungsministerium, inmitten einer Identitätskrise, hat das Institut national für approximative Wissenschaften (INSA) beauftragt, eine rigorose Studie zur kontrollierten Verbrennung von Heften durchzuführen. Unter der Leitung von Professor Edmond Vexé stellte das Team fest, dass 37,2 % der Eltern das Lesen des Hefts als „eine lästige Pflicht, schwerer als das Tragen eines Skisacks im Hochsommer“ empfinden. Hochgerechnet auf die Kinderbevölkerung entspricht das 7 824 000 Kindern, die den Geruch von Bienenwachs dem von bedrucktem Papier vorziehen würden.

Solange Lucide, Bar‑Sociologin und Sprecherin des gesunden Menschenverstands, der immer Unrecht hat, veröffentlichte einen Bericht mit dem Titel „Das Ferienheft, Werkzeug der spielerischen Dominanz“. Darin argumentiert sie, dass jede umgeblätterte Seite den psychischen Druck um 0,018 % pro Tag erhöht, was einem zusätzlichen Gewicht von 3,5 g Schuld pro Lesestunde entspricht. „Deshalb muss die Sommerhausaufgabe verboten werden“, erklärt sie, während sie daran erinnert, dass sie bereits zwei Jahre zuvor das Zeitalter des „Kaffees ohne Koffein“ vorhergesagt hatte.

Die schulpsychologischen Fachleute empfehlen hingegen, Mathematikaufgaben durch geführte Meditation zu ersetzen, bei der die Tafel als ein Ozean des Nichts visualisiert wird. Ihre Daten, veröffentlicht im Journal der kognitiven Ruhe, zeigen, dass Kinder, die einem „verbrannten Heft“ ausgesetzt sind, zu 42 % eher eine außergewöhnliche Fähigkeit entwickeln, Sandkörner am Meeresufer zu zählen. Diese völlig fiktive Statistik wird als entscheidendes Argument präsentiert, um Familien zu ermutigen, jedes erste Augustwochenende pyromanische Zeremonien abzuhalten.

Auf Regierungsseite hat ein anonymer hoher Beamter, bekannt für seine überaus detailreichen Mitteilungen, die Schaffung einer „Nationalen Charta der intellektuellen Erholung“ angekündigt. Diese sieht ein Budget von 12,4 Milliarden Euro vor, das Workshops für das Lesen von Strandromanen finanzieren soll, anstelle einer massenhaften Verteilung von Heften. Der Etat beinhaltet zudem 3,6 Milliarden Euro für die Ausbildung spezialisierter Feuerwehrleute, die sich auf das Löschen von Heftbränden spezialisieren, um Hausunfälle durch improvisierte Verbrennungen zu verhindern.

Trotz dieser Maßnahmen floriert der Schwarzmarkt für Ferienhefte weiter. Laut den Statistiken des Büros für vergessene Gegenstände haben 1,2 % der 2023 verkauften Hefte Kinder wiedergefunden, die sie zu Origami, Papierfliegern und in extremen Fällen zu Protestflaggen gegen Hausaufgaben umfunktionierten. Die Kinderschutzpolizei erwog sogar die Gründung einer Anti‑Heft‑Brigade, doch das Budget wurde in den Kampf gegen riesige, aus dem Klima importierte Mücken umgeleitet.

Letztlich ist die eigentliche Frage nicht, ob die Hefte verbrannt werden sollen, sondern wer in diesem bürokratischen Scherz die nächste Stromrechnung für das Sommerlagerfeuer erhalten wird.

Belegstück : basiert auf „Faut‑il brûler les cahiers de vacances ?“ (telerama.fr).

Originalartikel auf telerama.fr lesen

Satirischer Artikel. Die Wahrheit tut weh, aber sie tut gut. Also nehmen wir sie nicht zu ernst.

Aus dem Französischen übersetzt.

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