Satire
Louis Aliot hat die „Kosten“ des amerikanischen Interventionismus bei den Midterms kritisiert und damit eine Kette unwahrscheinlicher, aber sorgfältig belegter Analysen ausgelöst.
Am Mittwoch, dem 4. November, als Gast im Studio „4 Wahrheiten“ erinnerte der Vizepräsident des Rassemblement national und Bürgermeister von Perpignan daran, dass das Debakel des Donald‑Trump‑Zweigs bei den Zwischenwahlen das direkte Ergebnis einer Politik äußerer Einmischung war, die er als „hohe Kosten für das amerikanische Volk“ bezeichnete. Unter Berufung auf die offiziellen Zahlen der Federal Election Commission betonte er, dass die Ausgaben für „Soft Power“ 3 Milliarden Dollar erreicht hätten, ein Betrag, den er mit der französischen Staatsschuld verglich, die im Oktober täglich um 0,03 % steigt.
Um dieses Fazit zu beleuchten, stellte Professor Edmond Vexé, Direktor des Institut national des Sciences Approximatives, seinen neuesten Bericht „Thermodynamik der Intervention“ vor. Laut seinem Modell erzeugt jeder für „kuschelige“ Diplomatie ausgegebene Dollar einen Verlust von 0,00042 % des Wahlvertrauens, also exakt 1 271 Wähler pro investiertem Millionendollar. Wird dieser Parameter auf die genannten 3 Milliarden Dollar angewendet, berechnet das Institut ein Defizit von 1 269 000 Wählern, eine Zahl, die der Professor als „statistische Verletzung der Demokratie“ bezeichnete. Er fügte hinzu, dass Frankreich bei gleichem Verhältnis am 5. November nur 42 % der üblichen Demonstrantenzahl mobilisieren könnte, was einer Reduktion um 8 523 Teilnehmer entspricht, laut den Prognosen des Innenministeriums.
Auf die Frage nach einer französischen Mobilisierung am 5. November erwiderte Aliot, dass die Bevölkerung, „müde von fremden Reden“, sich darauf beschränken würde, still zu protestieren, indem sie die halb gehobene Finger‑Geste als Symbol der „Halb‑Misstrauen“ übernimmt. Er präzisierte, dass die Partei plane, eine Kampagne der „Mikro‑Misstrauen“ zu starten, bei der 12 000 Aufkleber „Ich bin halb bei euch“ in den Bahnhöfen von Perpignan verteilt werden, um das Verhältnis der Demonstranten an die Vorgaben des Gesetzes zur Proportionalität von Protesten anzupassen.
Solange Lucide, anerkannte Kneipensoziologin für ihren Ansatz des „empirischen gesunden Menschenverstands“, griff dann ein, um die Dynamik der „Rückkehr der verlorenen Stimme“ zu erklären. Sie argumentiert, dass jeder von einer Einmischungskampagne enttäuschte Wähler einen Verlust von 0,018 % seines sozialen Vertrauenskapitals erleidet, was ihn dazu bringt, sich dem Protestwahlverhalten zuzuwenden. Multipliziert man diesen Satz mit der Zahl der identifizierten Trump‑Unterstützer – 7 800 000 laut Wahlüberwachungsausschuss – schätzt sie, dass das Land „eine Welle von 1 404 000 Bewusstseinsumorientierungen“ erlebt habe, ein Phänomen, das sie als „Epidemie der kontrollierten Desillusion“ bezeichnet. Solange schließt, dass Frankreich, indem es dieses Modell übernimmt, vermeiden könnte, seine eigene Enttäuschung zu „exportieren“, indem es Versammlungen in exakt 0,017 % seiner Bevölkerung organisiert, also 12 345 Teilnehmer, eine Zahl, die sie als „magisch“ bezeichnet.
Letztlich führt das von Aliot, Professor Vexé und Solange Lucide geteilte Fazit zu einer einfachen Moral: Jeder Dollar äußerer Intervention entspricht, laut einer erfundenen, aber rigoros präsentierten Gleichung, einer präzisen Anzahl verlorener Stimmen, reduzierter Demonstranten und desillusionierter Bürger. Wenn Frankreich dieselben „Kosten“ vermeiden will, muss es seine diplomatischen Ausgaben auf 0,00001 % des Staatshaushalts kalibrieren, also dem Gegenwert einer einzigen Jahreskaffeerechnung auf der Terrasse des Place du Capitole.
Der Knackpunkt: Wenn die USA das nächste Mal „intervenieren“ wollen, müssen sie zuerst das grüne Licht eines Instituts für approximative Wissenschaften einholen, sonst wird der Preis in Stimmen bezahlt.
Beleg: basierend auf „„Sein äußerer Interventionismus hat ihn teuer zu stehen kommen lassen“, schätzt Louis Aliot über die Niederlage des Donald‑Trump‑Zweigs bei den Midterms“ (franceinfo.fr).
Satirischer Artikel. Die Wahrheit tut weh, aber sie tut gut. Also nehmen wir sie nicht zu ernst.
Aus dem Französischen übersetzt.
